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Die Anatomie einer Rechtfertigung:

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IDFs verantwortungsvoller Einsatz militärischer Mittel. Wie Wolfgang Sobotka das Völkerrecht aus dem Nahost-Diskurs tilgt Wer Wolfgang Sobotkas Kommentar zur Lage im Nahen Osten liest, stolpert nicht zuerst über das, was gesagt wird, sondern über ein beklemmendes Vakuum. Auf den ersten Blick wirkt der Text wie eine entschlossene Verteidigung westlicher Werte und des Völkerrechts, ein scheinbar unbeirrter Appell an die historische Verantwortung. Doch die gesamte Architektur dieses Arguments ruht auf einer radikalen, fast spurlosen Auslöschung: dem Verschwindenlassen von über fünf Millionen Palästinenserinnen und Palästinensern. In Sobotkas Diskurs existieren Palästinenser nicht als Volk mit völkerrechtlich verbrieftem Anspruch auf Selbstbestimmung, nicht als Zivilisten mit unveräußerlicher Menschenwürde und nicht als Subjekte einer 57-jährigen militärischen Besatzung. Sie tauchen im Text ausschließlich in zwei entmenschlichten Zerrbildern auf: entweder als gesichtslose, ferngesteuerte ...