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Es werden Posts vom Juli, 2026 angezeigt.

Die Brücke und der Käfig:

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  Die Brücke und der Käfig Eine erlebte Geschichte siedlerkolonialer Eliminierung In westlichen politischen und medialen Kreisen wird die Katastrophe in Gaza routinemäßig als ein isoliertes, kinetisches „Ereignis“ behandelt – eine plötzliche Krise, die an einem bestimmten Datum ausgelöst wurde und rein durch die sterile Linse moderner Militärlogistik oder des humanitären Völkerrechts analysiert wird. Für diejenigen von uns, die unter der Knute der Besatzung aufgewachsen sind, ist diese Rahmung jedoch eine tiefgreifende analytische Täuschung. Um die schiere, unerbittliche Struktur der Gewalt im heutigen Gaza zu verstehen, müssen wir die Achse der Debatte verschieben. Wir müssen sie nicht als isolierten Brandherd betrachten, sondern als das vorhersehbare, systemische „Endspiel“ eines siedlerkolonialen Lebenszyklus. Lange bevor die Siedlerkolonialismus-Forschung zu einem formalisierten akademischen Feld an westlichen Universitäten wurde, haben wir diese Taxonomie bereits gelebt. Wir b...

Die literarischen Muskeln der Komplizenschaft:

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  Die literarischen Komplizenschaft Psychische Inquisition im Dienst genozidaler Wegerklärung Der bürgerliche Diskurs der Gegenwart hat ein neues Lieblingswerkzeug gefunden: die totale Entpolitisierung durch Psychiatrisierung. Wo handfeste völkerrechtliche Realitäten, koloniale Asymmetrien und live dokumentierte Staatsgewalt eine universelle moralische Positionierung erzwingen, flüchtet sich die intellektuelle Apologetik des Status quo in die Sphäre der Küchenpsychologie. Ein Musterbeispiel dieser Methode liefert das jüngste Buch des Wiener Essayisten Richard Schubert, aus dem in der Ö1-Radiothek einige Sätze vorgetragen wurden. Mit hochtrabendem Vokabular und einer hermetischen Illusion von Aufklärung versucht er, den globalen Protest gegen das Siedler-Primat und die Vernichtung von Gaza als kollektive Neurose und archaischen Wahn abzukanzeln. Eine genauere Betrachtung seines Textes offenbart jedoch: Seine vermeintliche Tiefenanalyse ist nichts weiter als eine hochaggressive, ide...

Der Boulevard-Experte und seine Abrissbirne:

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Der Stammtisch-Demagoge   Die gefährliche Demagogie der „Krone“ Es gibt eine besondere Form der medialen Überheblichkeit, die meistens dann auftaucht, wenn komplexe Völkerrechtsfragen auf das Format einer Boulevard-Spalte zusammengestaucht werden. Christian Hauenstein liefert in seinem „Krone“-Kommentar mit dem Titel „ Aus 600.000 mach 6 Millionen “ ein Paradebeispiel dafür, wie man mit maximaler Arroganz, historischer Amnesie und einem zutiefst zynischen Menschenbild Stimmung macht. Er wird den Lesern als „Außenpolitik-Experte“ verkauft – doch was er liefert, ist kein Journalismus. Es ist das Paradebeispiel eines intellektuell faulen Populisten, der seinen Stift als Stein benutzt, um nach den Ärmsten zu schlagen. Demontieren wir diesen Unsinn Schritt für Schritt. 1. Die historische Amnesie des „Experten“ Hauenstein beginnt mit einer dreisten Geschichtsumschreibung im Vorbeigehen. Die UNRWA sei 1949 gegründet worden, um jene Palästinenser zu schützen, die aufgrund der „ausschließl...